The living goddess …die Kumari

Kinder sind in Nepal willkommen, Kinder werden geliebt und mit viel Liebe umsorgt. Kinder werden auch vergöttert. Da gibt es ein besonderes Kind, ein kleines Mädchen, was von allen vergöttert wird. Ein Kind, was in meinen Augen nie eine Kindheit hatte. Ich spreche von der königlichen Kumari.                                                            कुमारी ( Die Kindsgöttin).

Es gibt ein paar Kumari’s in Nepal, aber die mit Abstand wichtigste ist die königliche. Im zarten Alter von 3 jahren wird sie, als Inkarnation der Göttin Durga auserwählt. Sie muß stets aus der gleichen Kaste, der Kaste der Newari ( die Ureinwohner des Kathmandu Tals) kommen.

Da ich selbst kein Foto von der königlichen Kumari habe, da es verboten ist sie zu fotographieren ist hier ein Link zu einem Bild von ihr.

Das geht mal nicht so einfach vonstatten, ist schon etwas kompliziert.   Die lebende Kumari muß zuvor einige Prüfungen bestehen. Zum Beispiel muß sie sehr hübsch sein und, man wage es kaum zu schreiben, keinerlei körperliche Fehler haben. Wohlbemerkt eine Drei Jährige. Hat sie das überstanden wird sie eine Nacht in einen dunklen Raum gesperrt gemeinsam mit Männern die gruslige Dämonenmasken tragen, dabei ebenso gruslige Geräusche von sich geben und es werden ihr blutige Köpfe frischgeopferter Büffel unter die Nase gehalten. Während dieser Prozedur darf sie keine Angst zeigen und keinen Laut von sich geben.  Hat sie das alles hinter sich gebracht, kann sie mit Zustimmung ihrer Eltern in den Kumari Palast am Durbar Square in Kathmandu einziehen. Jetzt frage ich mich, welche Eltern lassen eigentlich zu das ihrem Kind so etwas angetan wird? Das ist ein einziger Wiederspruch wie ich sonst erlebe wie die Eltern mit ihren Kindern umgehen in Nepal. Glaube versetzt Berge? Ihr weiteres Schiksal wird sein, daß sie bis zur ersten Blutung ( dann gilt sie als Unrein) von den Menschen als lebende Göttin verehrt wird. Mero Shriman sagte mir einmal, dass selbst wenn sie sich einmal verletzt und dabei blutet, sie von ihrem Status befreit wird. Nun denke ich mal, viel zum spielen mit anderen Kindern ihres Alters wird sie nicht kommen, denn welches Kind kommt nicht mit aufgeplatzten Knien oder sonst was nach Hause?

Ihr Dasein während ihrer Jahre im Palast verbringt sie damit, daß aber erst neuerdings, mit einer schulischen Ausbildung, wobei ich sagen muß einfach kann das für die Lehrer nicht sein, da ihr als Göttin niemand wiedersprechen darf. Hoiii das wäre was für mich damals in der Schule gewesen. Meine Lehrer wären an mir verzweifelt. 

 

An  Zeremonien an denen sie teilhaben muss darf sie , selbstverständlich nur in Begleitung, den Palast verlassen. Wobei einmal im Jahr die wichtigste ist, um damals dem König und jetzt dem Premierminister ihren  Segen zu geben. Aus dem Palst raus, kommt sie sonst sehr selten. Wenn sie sich aber zeigt wie zum Beispiel während der Zeremonie mit dem Premieminister oder zum Indra Jatra wird sie auf einem alten königlich geschmückten Wagen durch Kathmandu gefahren, begleitet vom Jubel und Verehrung der Befölgerung.

Was aber wird aus ihr wenn sie „alt“ ist und ihre Blutung einsetzt? Dann muß sie den Palast verlassen und eine neue Kumari wird gewählt. Neuerdings bekommt sie eine kleine Abfindung in Form einer monatlichen Unterstützung vom Staat und man versucht sie dabei zu unterstützen in der normalen Gesellschaft Fuss zu fassen. Ein Kind, was nie ein Kind war sondern immer in Watte gehüllt von der Außenwelt abgeschirmt wurde, keine normalen Freunde hatte mit denen sie spielen konnte, soll jetzt normal weiter leben können? Das glaube ich nicht!

Ich fragte einmal mero Shriman…………sie wird doch bestimmt sich nicht retten können vor den vielen jungen Männern, welche sie gern heiraten würden? Ohhhhh mero Shriman’s Augen rollten bald auf den Fussboden.  Nein niemals …….SIE IST EINE GÖTTIN!

So viel zum normalen Leben danach. Wenn selbst mero Shriman, der in meinen Augen als fortschrittlich gilt, bei so einer Frage bald den Herztot stirbt. Da sieht man mal wieder wie tief mero Shriman, trotz all dem neuen was in Nepal passiert doch noch verwurzelt ist in den alten Traditionen. Soll er, ich bin schließlich auch immer die um Perfektion bemühende Deutsche.

P1010681Palast der Kumari

Der Palast der Kumari steht am Durbar Square und kann besichtigt werden, zumindest nur der Innenhof. Oben gibt es drei kleine Fenster und wenn genug Touristen im Hof stehen und einige sich erbarmen etwas Kleingeld in die Kasse zu werfen, dannnnnnnnnnnn ja dann gibt sie die Kumari sich die Ehre und erscheint für einen winzigen Augenblick am Fenster, winkt kurz , lächelt huldvoll und schon ist sie wieder weg. Dabei darf man nie, aber wirklich nie ein Foto machen. Die Kumari am Palastfenster abzulichten ist strikt verboten. Allerdings sagt man……….wer einmal in ihr Anlitz gesehen hat vergißt es nie und, was sehr erfreuend ist, hat das Glück auf Lebensdauer gepachtet. Huiiiiiiii dann habe ich ab sofort nur noch Glück. Ich habe sie gesehen. Das von dem Glück muß ich dann mal in der Botschaft durchsickern lassen……….wegen der Papiere. Ihr wisst? Draußen vor dem Palast konnten wir allerdings zu Haufen Fotos bei den vielen kleinen Souvenierverkäufern kaufen. Ein Schelm der dabei böses denkt!

Mero Shriman und ich sind mal durch Kathmandu gebummelt, dabei kamen wir an einem wunderschönen Tempel vorbei, den wollte ich mir unbedingt von Innenen ansehen. Wir kamen  zur richtigen Zeit als dort eine Kumari im kleinen Kreis gewählt wurde. ich weiss leider nicht mehr von welcher Kaste, aber den Außmassen entsprechend war es eine kleine Kaste, zu mal es dort auch ziemlich locker zu ging. Wir fragten ob wir zusehen durften und wurden herzlich dazu eingeladen und sogar gebeten auch ja viele Fotos zu schießen.

P1010984

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Auf den Fotos sieht man das die Kleinen Spass dabei haben, vor allem sich raus zuputzen wie kleine Prinzessinnen. Es wirkte auf mich eher wie ein Spiel, was gegenüber der Wahl der Königlichen Kumari wohl auch ein Spiel sein mag. Göttlich hin oder her…….mir tut die Kleine, auf deren Schultern so viel Last liegt, leid.

So mal ganz nebenbei bemerkt. Die königliche Kumari ist ja nun mal da um dem König, der jeweils an der Macht ist, huldvoll mitzuteilen……ok dein Karma ist gut ich segne dich damit du König bleiben kannst. Mal ganz einfach ausgedrückt. Doch Nepal’s Volk hat den König verjagt und ist eine, wenn auch schwache, aber doch eine Demokratie. Für was eigentlich muß man die Kleine noch quälen? Der Premierminister wird eh vom Volk gewählt. Wenn es auch manchmal etwas länger dauert……was ein anderes Thema ist. Warum also schaftt man so etwas nicht ab? Ich weiß die meisten Nepalis stehen drauf und es ist nun mal Tradition. Aber…………..?

 

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11 Antworten zu The living goddess …die Kumari

  1. Snowland schreibt:

    Vielen Dank für Deinen schönen Artikel! 🙂
    Wusste gar nicht, dass die königliche Kumari in Kathmandu Durbar Square lebt. War ein paar Male dort, habe aber nie jemanden aus dem Fenster winken sehen 😦 Vielleicht wusste ich aber auch nicht, auf welches der Fenster ich achten sollte^^ Naja, dann versuche ich es beim nächsten Mal. Vielleicht bekomme ich die Kumari dann zu Gesicht (auch wenn ich dort campieren muss), und pachte somit mein lebenlanges Glück hehe!! 😉
    LG

  2. Michael2011 schreibt:

    Hallo Basundhara,

    zu dem Thema kann ich dir 2 Bücher empfehlen:

    „Göttin auf Zeit“ von Gerhard Haase-Hindenberg
    „From Goddess to Mortal“ von Rashmila Shakya (leider nur in englisch)

    Spätestens nach dem Lesen der beiden Bücher solltest du deinen Text überarbeiten 🙂

    Auch ein Teil meiner Homepage ist dem Thema gewidmet.

    Viele Grüße
    Michael

    • Basundhara schreibt:

      Hallo Michael2011

      danke für die Buchtip’s. Aber warum soll ich meinen Text überarbeiten?

      LG Basundhara

      • Michael2011 schreibt:

        Hallo Basundhara,

        weil du auf die „Sensationsartikel“ der Journalisten reingefallen bist. Die schreiben gerne von grausamen Prüfungen und mysteriösen Ritualen, um vielleicht ihre Auflagezahlen zu steigern. Als ich zum ersten mal von dem Thema gelesen hab, hab ich das auch geglaubt. Aber wenn man dann etwas weiter forscht, stellt sich vieles als Übertrieben und halb so schlimm heraus.

        Die gruseligen Maskentänzer gibt es nicht, zumindest nicht als Prüfung. Es gibt sie in der Prozession zu Indra Jatra. Sie repräsentieren dabei Dämonen, die das vorankommen des Wagens der Kumari behindern sollen.

        Die Sache mit den Totenköpfen stimmt auch nicht ganz. Es ist auch keine Prüfung und es sind nicht 108, wie oft zu lesen, sondern etwa ein Dutzend, an denen die Kumari während eines Rituals zu Dashein im Taleju-Tempel vorbei geht.

        Des öffteren liest man auch, das die Kumari-Kandidaten als Prüfung eine Nacht im Blut geschlachteter Büffel sitzend verbringen müssen. Eine solche Prüfung gibt es nicht.

        Man könnte diese Auflistung noch weiterführen, aber fürs erste reicht das.

        Viel Spaß bei deinen weiteren recherchen und
        Viele Grüße
        Michael

      • Basundhara schreibt:

        Hallo Michael,

        ich beziehe meine “ Weissheiten“ nicht aus Zeitschriften oder Artikeln die hier in DT. verfasst werden. Mag sein, dass es die eine oder andere Legende über die Kumari gibt, dass kann ich nicht abstreiten.

        In Deiner Antwort lese ich oft……….ich habe gelesen usw.

        Ich war sehr oft in Nepal und nicht ausschliesslich als Tourist, ich habe mich viel mit Nepalesen unterhalten
        ( in meinem Freudeskreis ist auch ein Mann, welcher sich in Kreisen einer ehemaligen aufhält). Und glaub mir, es ist schon was dran.

        Fakt für mich ist, dass in meinen Augen, ich betone ausdrücklich in meinen, nicht nur die Auswahl nun ja sagen wir mal ungewöhnlich ist, sondern das Leben welches folgt für die Kumari, nicht würdig eines normalen Kindes ist. Ich respektiere Traditionen und andere Kulturen, aber habe deswegen noch immer eine Meinung.

        LG Basundhara

      • Michael2011 schreibt:

        Hallo Basundhara,

        Ich will dir hier keineswegs deine Meinung absprechen, denn das Recht habe ich nicht. Sollte das so angekommen sein, entschuldige ich mich dafür.

        Auch ich beziehe meine Informationen nicht ausschließlich aus deutschen Quellen. Meine o. g. drei Ausführungen beziehe ich auf die Aussagen der ex-Kumari Rashmila Shakya in ihrem Buch.

        Welchen Grund sollte ich haben, die Ausführungen einer selbst betroffenen Person in Frage zu stellen.

        Dass das Leben einer Kumari, insbesondere der Übergang vom Leben als Kumari in das als „Normalsterbliche“, nicht einfach ist, darüber sind wir uns einig. Dass der Übergang aber möglich ist, hat Rashmila, die heute in der Softwareentwicklung arbeitet, auch bewiesen.

        Egal welcher Meinung man sich anschließt, wird man die richtigen Argumente dafür und/oder dagegen finden. Das ist die Freiheit in einer Demokratie, aber leider auch das Problem, wie viele aktuelle Diskussionen in anderen Bereichen verdeutlichen. Den „goldenen“ Mittelweg zu finden ist schwierig und braucht Zeit.

        Viele Grüße
        Michael

  3. antje schreibt:

    das ist ja eine ganz fremde kultur, schön beschrieben mit tollen fotos! seit wann ist nepal demokratie? traditionen dauern…denk nur an beschneidungen oder heirat durch eltern vertraglich geregelt. wir möchten gerne unsere freiheit anderen überstülpen und wissen doch gar nicht, ob das so gewünscht ist. das fremde fühlt sich oft wie eine bedrohung an, und das bekannte wird vorgezogen.
    liebe grüße,
    antje

    • Basundhara schreibt:

      Da hast Du wohl recht, was bekannt ist wird immer vorgezogen, auch in unserer Gesellschaft. Keine Gesellschaft kann auch für sich in Anspruch nehmen die richtige zu sein. Wieso auch.
      Im April 2006 wurde der König entmachtet, bis dahin war Nepal das einzigste Hinduistische Königreich.
      Jetzt ist Nepal eine parlamentarische Republick. Allerdings mit vielen Ecken und Kanten, aus meinem Blickwinkel.
      LG Basundhara

  4. regina-g schreibt:

    Über die Kumari hab ich schon viel im TV gesehen . Ja , die Kleine hat kein schönes Leben , obwohl es gut behütet ist . Kinder müssen/sollten spielen , singen , lachen dürfen – deswegen sind es Kinder .
    Aber über Traditionen anderer Länder will ich nicht urteilen …
    Was ich aber wunderschön finde – sind immer diese herrlichen ,bunten Gewänder , die Bemalung , der Schmuck .
    Die Mädchen und Frauen sehen , egal ob alt oder jung immer schön aus … :yes:

    • Basundhara schreibt:

      ich respektiere auch andere Kulturen, aber die kleine tut mir halt leid. Vor allem ihr Leben danach………es wird schwer für sie sein, sich in das normale Leben herein zufinden. Für sie wird alles entschieden, wirklich alles und auf einmal muß sie alles selbst machen, vor allem Entscheidungen treffen…………muß schwer sein.

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