Kleine Wölfe…die Strassenkinder von Kathmandu

Justin Peach drehte 2009 den Dokumentarfilm “ Kleine Wölfe“.
Es ist das Porträt eines kleinen Strassenjungen ( Sonu ) mit seinen Mitstreitern, die in den Gassen Kathmandu’s leben. Dafür erhielt er den Deutschen Nachwuchsfilmpreis.

 

2004 besuchte Justin Peach als Tourist Nepal. „Nirgendwo sonst habe ich solche Armut und Hoffnungslosigkeit und gleichzeitig solche Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft erlebt“, erinnert er sich. Bei einem weiteren Besuch in Katmandu, drei Jahre später, traf er Sonu. Drei Monate begleitet Peach den Elfjährigen und seine „Rudel“ mit der Kamera. Das Ergebnis ist die schon mehrfach preisgekrönte Dokumentation „Kleine Wölfe“. Der Film erzählt vom Überlebenskampf des Jungen. Immer auf der Suche nach Essen, leichtgläubigen Touristen, Drogen, aber vor allem – so wie kleine Jungs nun einmal sind – nach Spaß und Abenteuer.
Mit seiner starken Persönlichkeit und einer – ab der ersten Minute – fesselnden Ausstrahlung zieht der kleine Junge jeden sofort in seinen Bann. Intime und einfühlsame Aufnahmen führen den Zuschauer in Sonus Alltag, geprägt von Hunger, Gewalt und Abhängigkeiten.

Quelle: Wochenspiegellive

Mero Shriman und ich sahen den Film einst in Nepal. Leider wurde er hier erst einige male zu unatraktiven Sendezeiten gezeigt.
Hier könnt Ihr den Trailer sehen………..leider gibt es nirgends im www die Gesamtfassung, oder aber rich habe es noch nicht gefunden.

Der Film macht traurig, dass ist klar, kennt man die Begebenheiten dort aus eigener Erfahrung, bringt es mich noch mehr zum Überlegen.

Nepal, so schön wie es ist, trotzdem ist es dennoch eins der ärmsten Länder der Erde.
Die Strassenkinder, von denen es weit aus mehr als in der Doku gibt, haben ihr „Revier“ größtenteils in Thamel, Kathmandu’s Touristenbezirk. Da lässt sich so mancher Tourist dazu herab Geld zu geben, teils weil ihm die Anbettelei peinlich ist, oder aber auch sein Gewissen zu beruhigen.

Zugegeben, mir selbst fällt es auch schwer den kleinen schmutzigen in Lumpen gehüllten Kindern nichts zu geben.
Anfangs gab ich immer, denn was ist schon ein Euro für uns!
Mero Shriman und keiner der Nepalesen die ich kenne gibt den Kindern etwas. Aus gutem Grund.
Alles wir umgesetzt in Klebstoff, den die teils erst 10 Jährigen schnüffeln um so ein Stück weit ihrem Schicksal zu entgehen.
Mehr als 10 Jahre machen das die Kinder nicht mit, danach sterben sie oder haben sich Schäden zugefügt die nie wieder verheilen.

Warum gibt mero Shriman nichts? Er und viele andere Nepalesen sind der Meinung, wenn sie schon aus welchen Gründen auch immer ihre Dörfer verlassen sollen sie sich eine Arbeit suchen. Das wiederum kann ich nicht verstehen, denn wo gibt es schon Arbeit in Nepal. Mero Shriman meint auch, es gibt unzählige Hilfsorganisationen in Nepal, unterstützt von der eigenen Befölgerung und uns Westlern.
Das stimmt.
Wir Beide selbst engagieren uns auch in einer kleinen HO und wissen um die Probleme irgendwie oder irgendwo Geld dafür aufzutreiben.

Wir bummelten einmal durch Kathmandu, dabei kreuzte uns auch eins der Kinder und zupfte an meinem Ärmel.
Trotz mero Shrimans kritischem Blick kann ich nicht immer wiederstehen und nichts geben.
Um trotzdem etwas zu tun, aber die Klebstoffschnüffelei nicht zu unterstützen haben wir für uns alle etwas zu essen geholt und uns gemeinsam auf einen Stein gesetzt und unterhalten. Der Junge war vielleicht 12 Jahre und lebte seit 3 Jahren auf der Strasse. Nachdem er etwas „Vertrauen “ gefasst hatte erzählte er seine Geschichte.

Der Vater ein Trinker, der die Mutter und die Kinder schlug, war er eines Tages davon überdrüssig und setzte sich nach Kathmandu ab. Schnell bekam er Anschluss an eine der vielen Gruppen und seitdem ziehen sie durch die Strassen Thamels und betteln Touristen an. Das sie dabei weit aus mehr „verdienen“, als ein anständiger fleissiger Arbeiter, stört mero Shriman schon arg dabei.

Sie haben ihre kleinen Tricks, sie kleben sich Mullbinden die in Schweineblut getränkt sind auf den Körper und legen sich so mitten auf den Weg. Wer kann da schon vorbei gehen?
Oder sie schleifen Touristen in einen Supermarkt und möchten nur Buiskit’s oder aber Milchpulver. Wer sagt dazu schon nein? Wer möchte nicht das jedes Kons essen hat?
Ds sie später die erstandenen Sachen in den nächsten Laden bringen und wieder verkaufen, wissen die wenigsten.

Das alles erzählte uns der Kleine, mit einem kleinen verschmitzen Lächeln in seinem Gesicht, worüber ich nicht böse sein konnte.
Es bestätigt mir, sie sind keinen dummen Menschen weil sie keine Schulbildung haben, sie versuchen nur zu überleben.
Es sind Kinder die weit aus mehr Erfahrung im Leben haben als viele Erwachsene. Erfahrungen aber welche ein Kind nicht haben sollte.

Jungs die etwas älter sind haben oftmals Erfahrungen gemacht, wie es ist eine geweisse Gier nach sexuellen Kontakten von Westlern zu befriedigen. Und das für 5 Euro!!! Wie krank sind solche Menschen eigentlich?

Ich diskutiere oft mit mero Shriman und seiner Einstellung zu diesem Thema. Dabei gibt es bei ihm nur schwarz oder weiß. Er ist der Meinung das alles sei nicht nötig. Ich hingegen hinterfrage die Situation. Ist es wirklich nicht zu einfach wie er es sich macht?
Es gibt keine staatliche Stellen wo die kInder sich Hilfe holen können. Sie sind sich selbst überlassen.

Wir boten dem Jungen an in die Vereinigung zu gehen, welche wir kennen. Dort bekommt er einen Schlafplatz, Sachen und Essen. ABER er muss zur Schule gehen! Das ist eine Vorraussetzung! Denn man mag es kaum glauben, in dieser Sache sind mero Shriman und Ich uns einig. Schulbildung ist wichtig, auch wenn es nur ein niedriger Level ist.

Mero Shriman wusste schon, kaum das wir dem Jungen das Angebot machten, dass er es nicht schaffen wird.
Tatsächlich hatte er Recht. Er war dort bekam essen, Kleidung doch am nächsten Morgen war er wieder weg…….zurück auf der Strasse wie viele andere zuvor auch.

Einige „kenne“ ich mittlerweile schon, vom ansehen oder aber von einem kurzen Plausch. Jedes mal kommen neue hinzu, verschwinden aber auch viele. Ich wage nicht daran zu denken was aus ihnen geworden ist.

Für mich sind sie trotz ihrer schmutzigen Kleidung und Bettelei, liebevolle Kinder die etwas besseres verdient haben. Kein Kind kommt mit solch einer Einstellung auf die Welt. Sie werden von ihreren Eltern und ihrer Gesellschaft so gemacht.
Da kann sich mero Shriman auf den Kopf stellen, ich werde meine Einstellung nicht ändern.
Ändern allerdings, werde ich es auch nicht können………..

Wer in der Nähe von Cochem wohnt und Interesse hat die Doku zu sehen, dann gibts am 28. Oktober dazu die Gelegenheit.

Hier………
.Am 28. Oktober, 9 Uhr, wird Justin Peach zu Gast im Cochemer Kino sein und über das Filmprojekt berichten. Es ist einer der Höhepunkte der diesjährigen „SchulKinoWoche“.

2 Kommentare zu „Kleine Wölfe…die Strassenkinder von Kathmandu

  1. Das stimmt, die Kinder auf den Strassen Kathmandus „leben“ auch „besser“ als mansch ein fleissiger Arbeiter in Nepal. Das ist es ja was mero Shriman so gegen den Strich geht.

    Allerdings konnte ich noch nicht beobachten, dass Erwachsene sie dazu zwingen………
    Leid tun mir die Kleinen auch, obwohl ich mir denke warum sie ihre Energie und Erfindungsreichtum nicht an der richtigen Stelle bringen. Wie auch hier in Europa wird es wohl so sein, dass wer einmal das Leben auf der Strasse verbringt, nicht aus dem Teufelskreis wieder raus kommt.
    Organisierte Bettlerei gibt es auch in Nepal. Meist indische Frauen mit Babys „bewaffnet“ erbetteln sich Milch für die Kleinen, die ihnen teils nicht gehören. Der Erlös wird abgegeben…….irgendwie krass Alles
    LG

  2. Ja, das alles ist schlimm!
    Ich bin in Indien auch immer erschüttert über die Umstände.
    Aber „Slumdog-Millionär“ hat mir ein anderes Bild auf die „armen“ Kinder eröffnet – organisierte Bettelei, die auf die Tränendrüse drücken soll… organisiert von raffgierigen ERWACHSENEN. Das nenne ich krank! Und DAS unterstütze ich nicht. Die Kinder tuen mir sehr, sehr leid!

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