Nur 12 Stunden später

…….waren wir fast in Indien.
Ich schrieb schon oft darüber, in Nepal Bus fahren dauert vor allem Dingen lange,unter Umständen sehr lange.
Wir wollten nach janakpur, indischste Stadt Nepals und die Stadt in der Ram und Sita geheiratet haben.( zu den Beiden Turteltäubchen komme ich ein ander mal).
Janakpur liegt im Terain von Nepal, dort wo es flach ist und wo es angeblich noch kälter sein sollte als in KTM.

Morgens 5.30 Uhr standen wir in Gauhsalla unserer Bushaltestelle.
12 erfrischende Stunden lagen vor uns. Zunächst einmal gebe ich jedem Nepal Neuling den Rat………trinkt nicht zu viel bevor ihr fahrt, Pullerpausen sind echt rar. Nepalesische Busfahrer ziehen durch bis zum bitteren Ende.
In der ganzen Zeit verliessen wir nur 4 mal den Bus, eingeschlossen einer längeren Essenspause von 15 Minuten.

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Und, wie auf dem Rückweg passiert, eine Reifenpanne

Der Bus quält sich vorerst durch die Berge um dann fast gemütlich einige Zeit am Trisuli Fluss entlang zu fahren. Nach 6 Stunden erreichten wir den Chitwan NP und von da an wurde es flach.
Die nächsten 6 Stunden verbrachten wir damit entlang des West Ost Highways an kleinen Dörfern, Feldern und Städten vorbei zu fahren.
Begleitet von einem uns anschreienden Indischen Bollywood Schauspielers, der sich nicht entscheiden konnte liebe ich nun diese, oder jene Frau.

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Entlang am Ost / West Highway

Nepalesische Überlandbusse haben solche Namen wie Video Couch. Klingt toll, ist es aber nicht immer. Die meisten von denen hatten noch nie ein VIdeo/ DVD während der Fahrt gespielt.
Unser Bus jedenfalls tat es, dies erlebte ich zum ersten mal während ich in Nepal über Land fuhr.
So kam es dann auch, dass die große Masse der Passagiere während der Fahrt grölte,lachte und sich amüsierte über jenen Filmhelden, während ich wieder mal kein Wort verstand. Selbst schuld ;).

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Kleine Picknik Plätze gibt es auch unterwegs

Der Film war zu Ende, das Gegröhle ging weiter indem sich der halbe Bus an einer Diskussion über jenen Filmhelden beteiligte. Dies wiederum fand ich lustig.

Vielleicht 100 mal nervte ich Shriman, wann sind wir endlich da und 100 mal beantwortete er die Frage mit..muss mal gucken. 🙂
Er selbst war auch noch nie in Janakpur, so waren wir beide Touristen.

Ein paar Stunden weg von KTM füllte sich der Bus, nicht nur mit zahlreichen Fahrgästen, sondern auch mit einer waschechten Ziege, einem Huhn ( dem ich heimlich androhte es zu killen am Abend, wenn es nicht endlich aufhört zu gackern), Reissäcken, Tomatenkisten, Fässern mit geheimnisvollen Inhalt und irgendetwas was komisch roch.

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Es ging durch viele kleine Orte

Ich hatte gerade zum 100’tertsten mal die Frage auf den Lippen..wann…
schon sah ich ein Schild……..Janakpur ( in Hindi und englisch 🙂 )
Wir hatten keine Ahnung wo wir schlafen wollten, noch wie wir in ein Hotel kommen.
kein Problem, wie auch in KTM stehen hier “ Schlepper“ die einem gern zeigen wo man gut schlafen kann.
Nur wo war ein Taxi? Weit und breit gab es keins zu sehen.

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Hauptstrassen Kreuzung

Shriman klärte mich dann auch auf, dass es in der gesamten Terain Gebiet keine Taxis gibt, sonder nur Risckas. Zu rar sind hier zahlende Gäste für ein Taxi.

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Erwartungsvoll warten sie auf Frisch Fleisch wie uns

Ein kleines, wirklich dünnes Männlein, erwartete reichen Geldsegen in Form von uns beiden leicht trottlig guckenden Touristen.
Ich muss dazu sagen, Shriman wird hier in seinem eigenen Land oftmals mit einem koreanischem Touristen verwechselt, wenn er dann anfängt Nepali zu reden, erntet er oftmals erstaunde Blicke. So auch in Janakpur.

Das Männlein schleppte uns Beide und unser Gepäck in Richtung, wie er meinte,besten Hotel am Platz.
Janakpur ist nicht sehr groß, hat gerade mal 100 000 Einwohner. Klingt viel, aber trotzdem ist es eine kleine Stad und sehr übersichtlich. Keine Ahnung wo sich die ganzen Menschen verstecken.

Wir, oder ich wollten mal ein bischen Luxus. Mit Luxus meine ich heisses Wasser, Strom und vielleicht Internet.
Ich wollte nach MOnaten gern mal wieder unter einem warmen Wasserstrahl stehen, ohne Mühevoll zuvor Wasser zu kochen und über mich zu schöpfen. Ich wollte mal wieder Strom den ganzen Tag, ohne grübelnd vor dem Plan zu stehen überlegend wann ich was machen kann. Und !!! es sollte nicht teuer sein. Wir wollten uns das schon etwas kosten lassen, aber ohne zu übetreiben. Schliesslich habe ich keine Einnahmen und lebe vom Gespartem. 😉

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Sieht doch schick aus, oder?

Hotel Welcome war ein Paradies für uns. Wir hatten sogar eine Heizung und für die Fernseheule unter uns 🙂 einen TV. Ein richtiger Luxusschuppen für gerade mal 23$ pro Nacht mit Frühstück.
Normale Gäste zahlen allerdings das Doppelte, Shriman hat aber Dank seines guten Verhandlungsgeschickes einen guten preis ausgehandelt.
es hat seine Vorteile, wenn ich draussen warte……

Bus fahren macht hungrig und wir gingen in ein Restaurant, dabei hörte ich doch Deutsche Worte hinter mir. Ein Pärchen aus Dresden, wie es sich heraus stellte. jetzt konnte ich auch noch sächsisch quasseln………
wir waren wirklich im Paradies.
Nach gefühlten Stunden unter der heissen Dusche, ich wollte gar nicht wieder raus, schlich ich ins Bett. Hunde müde, wie man so schön sagt.
Bus fahren ist anstrengend………

Impressionen vom Busplatz in Janakpur

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2 Kommentare zu „Nur 12 Stunden später

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