Puja….einfach erklärt

Ich bin hier engekesselt von Hindus, rings um mich herum leben nur Hindus. Das mag nicht verwunderlich sein, wenn man bedenkt das Nepal einst das einzige Hinduistische Königreich auf der Welt war.

Und doch leben hier mehr Buddhisten als uns jede Statistik glaubhaft machen will. Ja es gibt soger Völker hier, die beide Religionen in sich vereinen. Aber ich lebe nun einmal in einem Bezirk wo die Hindus sesshaft sind.

Gleich bei uns unten im Hof haben die Nachbarn letztens eine Puja abgehalten und ich durfte quasi mal so eben über die Brüstung unseres Balkons zusehen.

Was ist eine Puja? Ene Puja ist ein religiöses Dingsda. Nein im Ernst, Pujas sind Gebetszeremonien, an denen für alles Mögliche an den jeweiligen Gott an den man glaubt um etwas gebeten wird. Sei es für Gesundheit, für Glück in der Familie, für eine geschlossene Ehe , oder einfach nur darum ein bissel mehr Knete zu besitzen. Siehe die Laxsmi Göttin, wir erinnern uns……..Tihar.

Im Hinduismus gibt es Hunderte von Göttern, da gibt es nicht den einen Allmächtigen. So ist der Hinduismus auch etwas kompliziert für mich. Wie ich heraus gefunden habe gibt es die einen die Shiva verehren, oder Vishnu, oder Bhrama, oder Ganesh…..usw.

Jeder sucht für sich persönlich den Gott heraus, der ihm am sympatischsten scheint. Im Buddhismus werden die Gebetszeremonien auch Puja genannt, allerdings unterscheidet sich diese in ihrer Art von der des Hinduismus.

Pujas kann man überall abhalten, im Tempel, zu Hause, auf dem Hof, oder auch irgendwo in der Natur. Die tägliche Puja gehört bei jeder Hinduistischen Familie zum täglichen Leben dazu, wie für mich der Griff zur Schokolade 😉 . Da wird nicht lange gefakelt, denn irgendwo im Haus, oder der Wohnung gibt es meist einen kleinen Altar. Bei uns im Haus hat die Didi ihren Altar ganz oben und wann immer ich möchte kann ich hin gehen und gucken.

Wie gesagt, es werden die verschiedenen Götter angebetet, da diese natürlich nicht anwesend sind nimmt man Vorlieb mit einem Symbol, einer Statue, oder aber auch ein einfaches Bild mit dessen Konterfei.

In meinem Beispiel müssen unere Nachbarn herhalten. Ich weiss man soll Leute nicht beobachten und gar noch dabei knipsen, aber ich hoffe mir wird, wenn ich einst im Nirvana erscheine, verziehen.

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Ein Hindu Priester und hehe Leute er darf sogar heiraten :), wird bestellt. Die Nachbarn holen die Opfergaben und der Priester bereitet schon mal alles vor, bis der Rest der Familie eintrudelt.

Natürlich kann der Priester auch nicht machen was er möchte, so hat er sich an einige Rituale, gemäss den Traditionen die die jenige Kaste hat, welche er beglücken soll, zu halten.

Dabei wird der vergöttere Gott gebeten doch bitte in dem Symbol, der Statue, oder dem Bild anwesend zu sein. Quasi herein zu schlüpfen.

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Opfergaben…..

Ihm wird sogar symbolisch ein Platz angeboten.

Man bietet ihm Wasser zum Reinigen der Füsse, des Gesichtes und der Hände. Ja sogar dafür das er sich den Mund ausspülen kann.

Das Symbol des verehrten Gottes wird symbolisch gereinigt in dem man etwas Wasser auf ihn spritzt.

Er wird eingekleidet, mit einer heiligen Schnur versehen und geschmückt.

Er wird mit Sandelholz betupft, bekommt Blumenblüten und Räucherstäbchen und eine brennende Kerze mit Butterschmalz. Eine Art Vollverwöhnungsprogramm. 🙂

Nachdem er geduscht, gekleidet, betupft und bezupft wurde bekommt er auch was in den Magen. Eine Opferspeise nennt man das. Anschliessend gibt es Betel. Weiss jemand was das genau ist?

Am Ende wird er noch überschüttet mit lauter leckeren Sachen, als Opfergabe. Nachdem er dann noch von den Gläubigen erfurchtsvoll umschritten wird, hat der ganze Spuk ein Ende. Der Gott verschwindet, der Priester bekommt seine Kohle und die Nachbarn sind glücklich.

Bitte, ich mache mich nicht lächerlich darüber, denn wann immer man eine Puja beobachten kann, sieht man, dass die Menschen es Ernst nehmen, aber auch den Dingen ihren Lauf lassen. Die Kinder laufen und kreischen meist dazwischen herum und man lässt sie. Man hört ab und an Lachen, man witzelt auch mal zwischendurch.

Ich würde die Dinge halt ganz gern ganz einfach erklären. Wann immer ich google nach den verschiedensten Ereignissen hier, die ich nicht immer verstehe, gerade wenn es um Religion geht, kann ich oftmals nicht richtig verstehen. Nicht das ich zu blöd dazu bin, hoffe ich jedenfalls, sondern es ist einfach zu kompliziert geschrieben. Warum gibt es im Internet keine Seite…..Religion einfach erklärt?

Ausserdem, wenn ich meine Freunde hier frage, die Nepalesen, meine ich, wissen auch sie nicht immer was nun genau dahinter steckt und auch sie freuen sich wenn sie es einfach erklären dürfen.

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Hier wartet der Priester auf seine Schäffchen.

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Vor ihm sitzt unsere Nachbar Familie und zelebriert mit ihm gemeinsam die Puja. Er spricht Gebete, er singt ab und an .

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Zwischendurch läutet er immer wieder lautstark eine Glocke.

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Am Ende der Zeremonie bekommt jeder einen roten Tikka ( Punkt) auf die Stirn. Zum Zeichen das er eben eine Puja abgehalten hat und von seinem Gott erhört wurde.

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Und wie man unschwer sehen kann, habe nicht nur ich neugierig zu gesehen. Ab und an schaute immer mal jemand von der Familie zu mir hoch, dabei sahen sie auch meine Kamera in der Hand. Autzsch!!! Dachte ich immer, wie peinlich. Ich bekam aber ein warmes Lächeln.

Am Ende de Tages sah ich den Nachbarjungen im Hof spielen, Wir wechseln ab und an immer mal ein paar Worte. Er fragte mich…..warst neugierig heute he? Hast du so was noch nie gemacht? Nöööö . Na siehste, meinte er, jetzt weisst du wie so was geht. Macht ihr in Deutschland so was nie? Nööö, wir machen andere Dinge. Erklär mal! Ufff jetzt musste ich Christentum einfach erklären:). Ein ander mal. Er lachte und verschwand 🙂

 

 

 

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9 Antworten zu Puja….einfach erklärt

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  2. Wendy schreibt:

    Betel einfach erklärt: Betel sind Nüsse der Betelnußpalme. Die Früchte heißen Arekanüsse oder eben Betelnüsse. Die Palme gibts in weiten Teilen Asiens und auch schon sehr lange.

    Die unreifen Nüsse werden gehakt und gekaut. Man bestreicht meist Blätter des Betelpfeffers (ist wieder eine Pflanze – aber von einem „botanisch nicht verwandten Gewächs) mit gelöschtem Kalk und darauf kommen die Betelnußstückchen. Dann faltet man das und kann es kauen. Durch den gelöschten Kalk setzt eine chemische Reaktion mit dem Arecolin ein – es verwandelt sich zum einen in Arecaidin (unwichtig) und Methanol (WICHTIG), greift allerdings auch das Zahnfleisch an.

    Durch das Kauen gelangen die Wirkstoffe schnell in den Körper. Betelkauen hilft gegen Müdigkeit. Macht man seit ewigen Zeiten. Um schwere körperliche lange Arbeit besser auszuhalten. Betelnußkauen dämft auch den Hunger. Deswegen ist es weit verbreitet bei armen Leuten. Vom Betelnußkauen färbt sich der Speichel dann rot.

    Langjähriges Betelnußkauen kann aber zu Krebs in der Mundhöhle und Speiseröhre führen. Die Betelnuß ist prinzipiell giftig und kann tödlich sein.

    So – das war der sehr vereinfachte Abriß.

    • 1basundhara schreibt:

      danke dir und jetzt weiss ich auch warum die spucke, die nepalesen ewig aus sich herau holen oftmals rot ust. ist doch ein gutes mittel zum abnehmen, oder?
      lg

      • Wendy schreibt:

        Mh – ich vermute, daß man abnimmt, wenn der Hunger gedämpft wird. Aber weild as Zahnfleisch angegriffen wird, fallen einem die Zähne auch leicht aus oder sitzen locker. Und es verfärbt sich eben die Mundhöhle und auch die Zähne. Ich vermute mal, wenn es ein probates ungefährliches Mittel wäre, hätte man es die Industrie schon in schicke Packungen gepackt und im Westen verkauft. ich geh also davon aus, daß es nicht ungefährlich als Appetitzügler ist ….

      • 1basundhara schreibt:

        genau meine meinung, es wäre doch zu schön um war zu sein 🙂

  3. antje schreibt:

    wer ißt denn das zeugs auf? sieht ja sehr verschwenderisch aus. ich habe heute wieder viel bei dir gelernt 🙂
    liebe grüße, auch an alle götter nepals

  4. Vallartina schreibt:

    Also jeder darf sich seinen Lieblingsgott aussuchen? Das ist cool.
    Danke für die Bilder, da kann man sich doch gleich alles besser vorstellen. GLG

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