Des Guten zuviel

Es ist bekannt, ich schrieb es schon oft, dass es in Nepal keine 24 Stunden am Tag Strom gibt. Man mag es kaum glauben, aber ich habe mich daran gewöhnt. Heute Morgen sah der Stromplan vor, dass bis 9 Uhr Saft in der Dose ist.
Darum schmiss mich der Wecker auch 7.30 Uhr aus den Federn, da ich mir endlich mal wieder das Haar föhnen wollte. Schließlich will man ja hübsch durch die Gegend rennen.

Einer der ersten Schritte wenn Strom ist, ist das ich den Laptop an mache um Mails zu checken und andere banale Dinge im www zu suchen.
Bis der Laptop hoch gefahren ist wollte ich noch anderes machen, als ich einen Knall hörte und es verschmort roch. Ich rannte ins Büro und lugte vorsichtig um die Ecke. Die Steckdose war dunkel, kein Licht und somit kein Saft mehr.
Na gut, an dieser Dose hängen neben 2 Laptops auch noch der Router und das Kabel zum Dach. War wohl zu viel auf die Dauer.
Schnell umwechseln, es gibt noch eine Dose im Büro. Aber diesmal nur 3 Teile anstecken. Ging auch nicht, sobald ich das Kabel rein steckte hauchte die Steckdose ihr Leben aus. Ich sah das ein Internetanschluss Gerät den Geist aufgegeben hat……..ein Anruf beim Bruder der schnell kommen soll um mir zu beim übersetzen mit dem Internetanbieter zu helfen.

In der Zwischenzeit wollte ich wie gesagt mein Haar föhnen. Frisch und munter, aber leicht angesäuert steckte ich die Fön bürste im Bad in die Steckdose. Nichts passierte, keine heiße Luft prasselte auf mein Gold gelocktes Haar.
Anscheinend hatte der gesamte Stromkreis im Haus was ab bekommen. Im Schlafzimmer wurde ich fündig. Doch was war das ……es prasselte nur so an heißer Luft aus dem Fön. Nepalesischer Strom ist langsamer als bei uns, doch heute Morgen war mein Haar in 5 Minuten trocken und ich hatte zu tun das mir die Locken nicht anbrannten. Das war eindeutig zu viel des Guten.

Komisch irgendwas haute hier nicht hin. Nur was?
Staubsaugen könnte ich noch schnell ehe der Bruder kommt. Stecke den Staubsauger in die Dose und der bläst was weg, so schnell das er anfing sich im Kreis zu drehen, immer schneller bis es auch dann einen Knall gab und hinten jede Menge Staub raus flog. Na jetzt kann ich erst saugen sag ich Euch. 🙂

Da saß ich nun……ohne Internet, mit heißen Lockenkopf und einer staubigen Bude nebst nun kaputten Staubsauger.

Gyanu, der Bruder, kam und ich schilderte ihm wild fuchtelnd mit den Armen in einem Sau beschissenem Englisch ( da mega aufgeregt) mein Problem.
Ich brauche einen neuen Stecker fürs Internet, wo kann ich den Staubsauger reparieren lassen, wieso rannte mein Fön so schnell, warum sind alle Steckdosen kaputt , warum brennt mir der Kopf vom heißen Fön ……und überhaupt, was ist hier los?
Fragen über Fragen, die Gyanu sich geduldig anhörte, mit Sicherheit nur die Hälfte verstand um mir dann zu sagen……..es wird ein Problem mit dem Strom sein. Ach ja? Das habe ich mir auch schon gedacht du Schlaumeier.:)

Und überhaupt war es jetzt 9 Uhr und der Strom sowieso weg.
Wir sind hoch zur Anti gegangen und haben nach gefragt ob auch bei ihr heute morgen solch ominöse Dinge passiert sind.

Sind sie.
Die Wasserpumpe hat es erwischt. OMG…….auch noch kein Wasser. Das Teil, was sie hoffentlich sofort und schnellstens neu kaufen werden kostet stolze 1300 Euro. Eine immense Summe in Nepal. Da kann ich mit einem Stecker fürs Internet was etwa 3 Euro kostet und dem pink farbenen Staubsauger zu 24,99 Euro nicht mit halten.
Jetzt warte ich bis 5 Uhr wenn wieder Strom kommt und bin gespannt ob die Steckdosen im Büro gehen, das Internet wieder funzt und überhaupt alles wieder normal wird.

So was kommt ab und an vor sagte man mir. Wenn man merkt das zu viel Saft kommt muss man die Geräte schnell vom Netz nehmen. Na gut. Und wie merke ich das, wenn ich nur vorm PC sitze?
Finger rein halten und wenn’s brennt, weiss ich ist zu viel Strom?
Scherzkekse:)

Nachtrag: Alles geht wieder. Ein Phänomen was ich schon öfter beobachten konnte in Nepal. Man meint wie soll eine Reparatur so schnell funktionieren in solch einem chaotischen Land. Dem ist nicht so. Handwerker kommen sofort wenn sie gerufen werden, sie kommen auch noch mal wenn gerade kein Strom ist. Und das ohne zu murren. Sie erwarten kein Trinkgeld, freuen sich über etwas zu trinken bei der Wärme. Sie arbeiten schnell, sauber und leisten exzellente Arbeit. Klar man braucht die Kohle dazu. Ist ja normal.

Und noch was……..Als ich heim mit viel Hoffnung das alles, bis natürlich dem Staubsauger, wieder geht, sah ich doch den Gatten der Anti zum Gemüsemarkt schlendern. In aller Ruhe. Ich dachte, na Hoppla, hast du nicht zu tun alles wieder ien Griff zu bekommen im Haus? Mir schwante schon unheimliches. Ich sah mich die nächsten Tage ohne Licht im Büro und was weit aus schlimmer ist, ohne Internet.
Doch während der Gatte gemütlich Spinat, Tomaten und was weiss ich kaufte, rotierte die Anti mit dem Handwerker. Die Frau managt einfach alles hier im Haus. Sie schleuste den Handwerker in meine Wohnung und in Windeseile funktionierte wieder alles. Als ich sie mit Händen und Füssen fragte ob sie weiss wo hier eine Staubsauger reperatur ist meinte sie was in nepalesisch was ich natürlich überhaupt nicht verstand. Dazu muss ich sagen, sie kann kein Englisch bequasselt mich aber ständig mit 100 000 nepalesischen Vokabeln von denen ich maximal 21 kenne 😉
Jedenfalls gab sie mir zu verstehen das der handwerker mein Staubsauger gleich mit repariert. Dabei machte sie mir geheimnisvolle Zeichen die ich so verstand……ich soll ja nicht mehr als 300 Rs ( etwa 3 Euro) dafür geben……..

Die Frauen der Welt. Wer kann sie stoppen 😉

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2 Antworten zu Des Guten zuviel

  1. Wendy schreibt:

    Aha – ihr habt Spannungsschwankungen im Netz…. das ist allerdings fies!
    Da gibts spezielle Steckerleisten für solche Fälle: Überspannungsschutz
    http://www.conrad.de/ce/de/overview/0809011/Ueberspannungsschutz-Steckdosenleisten
    Wenn Du also mal wieder was aus Deutschland orderst (oder mal die einheimischen Läden durchforstest….)

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