Stille örtchen, oder plumpsende Tatsachen

Wer in Nepal, speziell in den Städten wie Kathmandu unterwegs ist, kann natürlich auch hier öffentliche Toiletten benutzen. Wenn er welche findet. Rar gesät, aber doch vorhanden, wollte ich schon immer mal darüber schreiben.

Anders, als ich es in Indien oft erlebt habe, sieht man Steh Pinkler in Nepal eher selten ;). Nepalesen bevorzugen dann eher doch stillere Örtchen. Auch wenn der Begriff still in Kathmandu eher unpassend erscheint.;)

Bei vielen meiner Gänge in die Innenstadt war eins der Problemchen, sicher auch das vieler Nepalesen…….wo lasse ich die kläglichen Reste meiner Trink und Freß Sucht? Kurz gesagt, wo lasse ich alles plumpsen. 🙂

Jede Einkaufsmall, oder größere Geschäfte warten mit Toiletten auf.

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Von der sich der Eigentümer hier nicht entscheiden konnte ein asiatisches Hock Clo, oder die eher westlichere Variante nimmt.

Was aber wenn kein Konsumtempel in schnell erreichbarer Nähe ist? Eigens dazu stellt ein Ein Mann Unternehmen einen mobilen Toiletten Wagen zur Verfügung. Und das an einer der verkehrsreichsten Strassen Kathmandus.

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Das mobile Clo………am Ratna park.

Ich war Stammgast dort und gebe es eine Rabattkarte, hätte ich schon einige male kostenlos pullern können. Die Inneneinrichtung dürftig, aber sauber. Nur in Anbetracht der niedrigen Höhe hat man arg zu kämpfen. Im Entengang und das bei meiner Körpergröße von 1,51cm watschelt man quasi zu Loch. Glück hat man, wenn der Ein Mann Toiletten Unternehmer sich nicht in jenem Moment überlegt ein Stück weiter zu fahren 😉

Einige Hundert Meter weiter östlich kursiert das Gerücht einer der schönsten öffentliche Toiletten Kathmandus sei dort.

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Idyllisch eingebettet neben einem kleinen Park befindet sich Kathmandus schönstes Toilettenhaus. Getestet und für gut befunden.

Müsste ich einen Toiletten Reiseführer für Kathmandu schreiben, würde ich die öffentliche Toilette einer Bank in Lazimpat den Hauptpreis vergeben. Für alle die vorhaben sich irgendwann ein Konto dort ein zurichten, oder die Bank für andere Zwecke zu nutzen, empfehle ich bei jedem Besuch der Bank, deren Toiletten Haus in Beschlag zu nehmen. Besonders während der Sommermonate. Schön klimatisiert ( und wo findet man das in Deutschland) fühlt sich der nackte Hintern im umgebenen Ambiente sehr wohl.

Dann gibt es natürlich auch jene die kein Hinweisschild….Toilette, Restroom, oder dergleichen brauchen. Denn diese riecht man von weiten. Jene von denen man kein Foto macht, jene die man aufsucht wenn wirklich nichts mehr geht und der Schweiss schon aus den Poren tritt und jene die so dunkel sind, dass man froh ist nicht zu wissen, habe ich nun getroffen, oder nicht. 😉

Natürlich gibt es nicht nur Städte in Nepal, sondern auch Natur. Dörfliche Toiletten im Himalaya Gebiet bieten dem allgemeinen Trekker und Nepal Tourist kalte, zugige Hütten, jedoch mit feinsten Aussichten. Wer pinkelt nicht gern, wenn er anstatt auf eine gefließte , oder humorvoll bekritzelte Wand auf einen 8000’ter blickt. Für Eilige, die es nicht schaffen zuvor noch eine Tür zu öffnen, fand ich im Langgtang Gebiet diese Toilette….

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Vorsicht ist angebracht, denn die Bretter sind rutschig. Und wir wollen doch nicht ins Loch fallen.:)

Dies alles führt natürlich auch zu dem Thema Toiletten Hygiene in Nepal. Von denen viele meinen, die Nepalesen, oder die Hindus im Allgemeinen handhaben das sicher ganz anders als wir. Traditionell gesehen schon.

Während in unseren Gefilden, im Abendland, die Frau beim Besuch des Restaurants ihre Handtasche schnappt und meint sich mal die Nase pudern zu müssen, siehst du hier in Nepal die Abendländler in Scharen mit Clopapier Rollen, von denen immer ein Fetzen rausguckt zum Clo rennen. Quasi in jedem Rucksack eines westlichen Touristen findet man eine Papier Rolle.

In den Bergen nicht anders. Schön aufgereiht sitzt die Meute Abends in der Lodge und wartet auf die Fütterung. Neben jedem, ein Buch, Fotoknipse, Wertsachen, Zimmerschüssel und eben ein mehr, oder weniger großer Fetzen Papier. Je nach Planung des Toiletten Gangs. Ja ich lese in vielen Reiseführern………….Leute nehmt Clopapier mit! Ich sage……Leute braucht ihr nicht, lasst euer papier zu Hause und unterstütz die heimische ( oder chinesische;) ) Wirtschaft. Clopapier kann man neuerdings an fast jeder Ecke kaufen. Dort wo Touristen sich herum treiben gibt es auch Clopapier.

Toilettensitten der Hindus sind anders. Hat man ja schon oft gehört, gelesen.

Sie nehmen die linke Hand und Wasser zum reinigen. ( daher die linke Hand ist unrein). Stimmt, normal gesehen schon. Deshalb ist auch auf fast jeder Toilette ein Schlauch mit Wasseranschluß, oder ein Kübel. Selbst bei uns in der Wohnung war neben einem normalen westlichen Clo auch ein Schlauch.

Die Oberschicht und Mittelschicht in Nepal rennt schon längst auch mit Papierfetzen in der Gegend herum, wenn auch diskreter als wir. Wie der Rest es nun genau macht und Leute, dies haben mich viele gefragt, entzieht sich in der exakten Handlungsweise auch meiner Kenntnis. Bis jetzt habe ich noch niemanden zugesehen wie er sein Hinterteil reinigt. Und ehrlich gesagt, habe ich das auch nicht vor.

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6 Antworten zu Stille örtchen, oder plumpsende Tatsachen

  1. punjabitravels schreibt:

    *Tränchen wegwisch*
    Herrlich!

  2. julena schreibt:

    Als ich in Indien unterwegs war, vermied ich es öffentliche WCs zu benutzen und hielt es aus bis ich wieder zurück im Hotel war.

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