Mutter Theresa und ihr Mythos

Vor einiger Zeit stieß ich auf einen Artikel in Yahoo Nachrichten, in dem es über Mutter Theresa ging.

Unter anderem schrieben sie….

Mutter Teresa, hinter diesem Namen verbirgt sich ein Mythos, den die katholische Kirche entscheidend mitgestaltet hat. Die nach ihrem Tod 1997 im Eilverfahren selig gesprochene Ordensschwester Agnes Gonxhe Bojaxhiu ist nach wie vor berühmt für ihre Wohltaten an den Schwachen und Kranken. Doch kanadische Wissenschaftler relativieren nun das Bild der Heiligen, das ohnehin schon angekratzt war: Die Nobelpreisträgerin soll das Leiden ihrer Schützlinge verklärt und die schlimmen Zustände in ihren 517 Missionen in Gottes Namen gerechtfertigt haben.“

Hat sie , oder nicht? Das ist für mich nicht die Frage. Wissenschaftler, die vielleicht, von einem klimatisiertem mit  vielen Annehmlichkeiten ausgestatteten Büro, recherchiert, oder was auch immer haben, versuchen zu richten, oder aufzuklären.

Möglicherweise, denn ein genaues Wissen darüber entzieht sich meiner Kenntnis, hat auch nicht einer dieser Wissenschaftler jemals einen Fuss in eins ihrer Hospitäler, geschweige denn in die Slums Indiens und dem Rest der Dritten Welt gesetzt.

Fakt ist, dass eine Frau begonnen hatte sich dafür zu interessieren ob Menschen die ihr kümmerliches Dasein jenseits von gut und böse verbringen , man kann es auch dahin vegetieren nennen, eine Chance bekommen möglicherweise das erste mal im Leben menschlich behandelt werden.

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Gelesen habe ich auch, es würde ihr wohl vorgeworfen werden, dass reichlich Spendengelder „verschwunden“ sein sollen und Mutter Theresa selbst, als sie erkrankte sich in einem modernen Krankenhaus behandeln lies. Ob das alles so stimmt weiss ich nicht. Mag ja sein.

Über 500 Missionen in den verschiedensten Ländern der Welt hat der Orden Mutter Theresas gegründet. Auch in Kathmandu, am Pasupatinath Tempel gibt es eins. Ich habe einmal einen Blick hinein geworfen. Zugegebener Maßen einem Vergleich mit einem Pflegeheim in unseren Kreisen hält es nicht stand. Jedoch immer noch die bessere Alternative als nicht beachtet von der Gesellschaft in einer Ecke zwischen Müll und Dreck zu sterben. Oder?

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Ärzte, die einige dieser Häuser in Kalkutta besucht haben, bemängelten den Forschen zufolge die zum Teil verheerenden hygienischen Zustände. Es habe zu wenig Behandlung, falsches Essen und keine Schmerzmittel gegeben…. So weiter in diesem Artikel zu lesen.

Eine Freundin von mir war Volontär in Kalkutta. Einiges darüber hat sie berichtet.

Jedes Jahr kommen Hunderte von Volontären aus aller Welt um in den Häusern des Ordens Dienst zu tun, zu helfen. Die Sterbenden und Kranken liegen auf normalen Pritschen in engsten Raum, es werden keine Schmerzmittel verteilt, medizinische Laien übernehmen Aufgaben die eigentlich geschultes Personal machen sollte, fehlende Transparenz über die Verteilung der Spendengelder…….so konnte ich es auf einigen Webseiten lesen.

Als ich in Indien war, lief ich am frühen Morgen durch Jaipur. Ich sah, wie Angestellte der Stadt mit einem Karren durch die Straßen fuhren und dabei Tote, die die Nacht nicht überlebt hatten einzusammeln. Jetzt frage ich mich, was ist die bessere Alternative?

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Ein leben in Dreck und Müll, ein Leben am Straßenrand ( nicht mal in einem Slum) auf einer Plastikplane. Missachtet und ohne Würde vom Rest der Gesellschaft. Krank, schmutzig, verlaust während seines jämmerlichen Ende, nicht anders kann man das bezeichnen, zu warten und dann auf einem Wagen weg gekarrt zu werden, gemeinsam mit anderen denen es genau so ging? Oder aber auf einer Pritsche umsorgt von nicht geschultem medizinischem Personal mit wenig Medizin begleitet zu werden wenn das Ende kommt. Sei es auch nur ein Händedruck, ein streicheln?

Ein Leben, krank, dem Ende nahend, oder mitten drin auf den Straßen Indiens mit gierigen Fingern in alten, stinkenden Müllhaufen nach Essbarem zu suchen. Ist das besser, als eine kleine Mahlzeit, oder eine gar nicht ausgewogene gesundheitliche Mahlzeit?

2013-06-13 12.59.27

Bessere Alternative?

Spendengelder die nicht transparent sind. Wo sind sie das sonst bei einigen Organisationen?

Man wirft ihr vor Sterbende versucht zu haben zu missionieren kurz vor dem Ende. Nun ich bin nicht gläubig, kann daher nicht mit sprechen in wie weit man seinem Glaube nach hängt bevor man elend zu Grunde geht. Doch vielleicht ist in jenem Moment den Kreaturen, die sie nur noch sind, denn viel ist nach dem harten Leben nicht mehr von ihnen übrig geblieben, wenn das Ende naht egal wie sie gehen. Ob als Christ, Hindu, Buddhist, Moslem, oder Jude? Hauptsache ein Stück weit Würde?

Keiner, der je nur den Versuch unternommen hat, in irgend einer Art und Weise Hilfe zu leisten, kann es sich erlauben zu urteilen.

Spätestens dann soll er versuchen es besser zu machen. Oder überhaupt etwas zu machen.

Vielleicht hätte man die Energie, die man zum erstellen dieser Studie, oder die finanziellen Mittel die dazu verschwendet wurden, nutzen sollen einen Versuch zu starten  es in irgendeiner Art und Weise besser zu machen?

Video auf you tube

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4 Antworten zu Mutter Theresa und ihr Mythos

  1. punjabitravels schreibt:

    Toller Beitrag – besser hätte man es nicht formulieren können!

  2. Helga schreibt:

    wieder einmal ein sehr guter Beitrag. Von einem Büro mit Aircondition heraus lässt sich leicht beurteilen
    . LG:h

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