Erdbeben in Kathmandu

Der Nepalese ist in einer anderen Stadt über das Wochenende. Und während er dort sicher von den Einladern in sämtliche Ecken deren Heimat geschleppt wird bebt in Kathmandu mal wieder die Erde. Ein 4,9 Erdbeben, dessen Epizentrum in Tibet war, rüttelte die Kathmanduer letzte Nacht aus dem Schlaf. Passiert ist nichts, nur viele hatten Angst und sind raus gerannt. Dies allerdings soll man NICHT tun.

Ich erinnere mich noch. Bevor ich zu meinem langen Aufenthalt in Nepal aufbrach, bebte auch die Erde. Damals war es schlimmer. Einige Tode und eingestürzte Häuser waren zu beklagen.

Nepal ist Erdbebenzone, der gesamte Himalaya sowieso. Nepal liegt genau zwischen den zwei tektonischen Indischen und Asiatischen Platten. Und da sich die Indische Platte permanent weiter unter die Asiatische schiebt, rüttelt es eben immer mal. Praktisch wird das Himalaya immer höher, auch wenn sich das nicht in großen Höhen bemerkbar macht.

In Nepal war das letzte große Erdbeben mit 8,3 auf der Richterskala 1934. Das gesamte Kathmandutal war betroffen. Damals war Kathmandu noch lange nicht so groß wie jetzt. In den letzten Jahrzenten strömten Menschen aus ganz Nepal in die Hauptstadt um sich dort an zu siedeln. Jetzt platzt die Stadt fast aus allen Nähten. Während damals die Gebäude nicht höher als 2 Etagen waren, sieht das jetzt schon ganz anders aus.

Experten sagen schon lange für Nepal, gerade die Region Kathmandutal, ein neues großes, weitaus verheerenderes Beben voraus. Nicht auszudenken was dann, denn jetzt reiht sich Haus an Haus, passieren würde. Es gab sogar schon einmal Überlegungen die Hauptstadt quasi zu verlegen, ins Terai. Nepal hat nur einen internationalen Flughafen mit einem Rollfeld und 3 Zufahrtsstraßen. Wären die betroffen würde es ewig dauern bis Hilfe ankommen könnte.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen allerdings, werden nicht getroffen. Wie auch? Nepal schlägt sich im Moment mit ganz anderen Problemen herum. Es gibt einen Erdbebentag einmal im Jahr. Da laufen ein paar Leutchen mit Plakaten durch die Stadt und einige Politiker halten Reden an die eh keiner glaubt.

Bevor ich damals nach Nepal aufbrach habe ich mir auch darüber Gedanken gemacht. was wollte ich nicht alles. Einen kleinen Rucksack immer bereitstellen, wo Dokumente, Geld, Wasser usw. drin sind. Habe ich es gemacht? Nein.

Einzig beim aussuchen unserer Wohnung habe ich darauf geachtet nicht gerade dort ein zuziehen wo das Nachbarhaus ein paar Zentimeter weiter ist und nicht gerade im Erdgeschoß. Das war es dann schon an Vorsichtsmaßnahmen.

Kann man nur hoffen das das Große nie kommt.

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4 Antworten zu Erdbeben in Kathmandu

  1. antje schreibt:

    da hilft wohl nur eins, wie tina so schön schreibt, notköfferchen packen und hoffen, daß nichts passiert! liebe grüße

  2. Vallartina schreibt:

    4,9 ist nicht viel, bitte beruhige Dich! Was ich allerdings bemängeln muss ist: DEiN Evakuierungskoffer!!!! Also meiner ist immer gepackt, mindestens 1x wöchentlich um die neusten Dokumente und um die laufende Korespib¿ndenz gepackt! Herzelein, Du und ich leben in einer der grandiosesteb Landschaften dieses Planeten, aber dürfen wir deswegen vergessen, was uns Deutsche zeitlebends eingepaukt wurde? Nein, ganz sicher nicht! Also bringe „Euer“ neues Leben in Form von Papier und !!! auf einen extra eingerichteten MB-Stick mittels eingescannten Docs und Fotos etc in Sicherheit und harre der Dinge, allseits bereit! Alles Gute!

  3. Khai schreibt:

    Hab ich auch am Wochenende gelesen!!! Ein Glück, dass es „nur“ eine Stärke von 4,9 hatte und das Epizentrum relativ weit entfernt war… Das Kathmandu-Tal mit seinen ganzen Streicholzpackung-ähnlichen Häusern ist natürlich immer gefährdet. Ich erinnere mich noch an September 2011 als ich zum ersten Mal in Nepal war. Da gab es das stärkste Erdbeben seit 1934… Ich meine 6,9 auf der Richterskala… die Mauer der britischen Botschaft hat es runtergeworfen und leider verloren dabei ein paar Menschen in KTM auch ihr Leben… 😦
    Aber was soll man machen, wenn es in KTM bebt? Nach draußen rennen geht nicht, weil alles so eng bebaut ist, dass man von Trümmer erschlagen werden könnte… Drinnen bleiben macht auch keinen Sinn, weil das Gebäude auch einsacken könnte….. 😦

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