Wo sind die Millionen?

Das fragt sich fast ganz Nepal. Nach nur 5 Tagen frage ich mich das auch.

Außer an den historisch, touristischen Plätzen wo schön sauber gemacht wurde und die Gebäude die nicht ganz so stabil sind mit Bambusstangen gestützt werden…..ja dort ist alles fein. Bereit für die Touristen die bitte wieder kommen sollen. Fein abgesteckte Pfade wo man lang laufen soll gibt es und jede Menge Propaganda.

Die Mauer eines Regierungsgebäudes war teilweise eingestürzt, auch die ist schon wieder repariert. Aber im normalen Teil Kathmandu sehe ich so gut wie nichts. Das was getan wurde ist fast nur privat geschehen. 2 Gebäude in unserer unmittelbaren Umgebung sind stark einsturzgefährdet. Dort sehe ich weder eine Warnung noch ein Absperrseil. Das eine Haus steht an einer sehr stark befahrenen Strasse und jede Menge Leute gehen täglich daran vorbei. Noch dazu halten dort in gelassener Ruhe die Busse. Das andere ist bei uns um die Ecke. Der Verkäufer im kleinen Getränkeladen im Nebenhaus berichtete uns das niemand in das Haus gehen sollte. So die Fachleute die da waren. Das war dann aber schon alles. Die Betreiber des Supermarktes im Erdgeschoß scheint das weniger zu stören, denn der Laden ist offen. Allerdings sehe ich wenig Leute darin.

Das Haus steht in einer sehr engen Gasse, sollte das zusammenbrechen hat im Umkreis kaum einer eine Chance der da steht oder läuft. Vereinzelt sehe ich in kleinen Lücken noch immer Zelte stehen

Was hat die Regierung getan? Jeder der sein Haus verloren hat und damit meine ich nur die Haus Eigentümer, soll etwa 250 Euro bekommen (Angabe ohne Gewähr). Damit kommt man sehr weit, wenn man ein Haus bauen möchte. Ironie Ende. Die andern, die Mieter, die ihr Hab und Gut verloren haben, gucken in die Röhre.

Letztens stand in Spiegel online ein Artikel bei dem es hieß: Nepal hat noch keine bereit gestellten Spenden abgerufen.

Die nepalesische Regierung hält es für wichtiger den Fokus vorerst auf die zu erstellende Verfassung zu richten. Klar ist das wichtig. Aber Hallo, sie zaubern schon seit Jahren an einer Verfassung und werden sich nicht einig. Und jetzt wohl ja wohl sicher andere Dinge wichtiger wären ziehen sie das Ding durch? Ich kann mir denken warum. Sie werden sich denken: jetzt oder nie, denn jetzt sind die Nepalesen mit anderen Dingen beschäftigt. Jetzt kann eine Verfassung die sicher niemals bei allen Nepalesen Gefallen finden wird, durch gezogen werden. Der Beweis das es denn so sein kann ist, dass es in den letzten Wochen vermehrt Unruhen im Terrain gab. Viele Polizisten sind während Demonstrationen getötet wurden. Nepal soll in 7 Distrikte eingeteilt werden. Bei einem Vielvölkerstaat von über 100 verschiedene Ethnien und 125 verschiedenen Sprachen kann man sich denken das man, auch wenn sie ein friedliches Volk sind, niemals alle unter einen Hut bekommt. Ich gehe davon aus das niedere Kasten oder die Dhalits die Kastenlosen noch beschissener dran sind als jetzt. Und gerade im Terrain leben sie größtenteils.

Ich habe berichtet von unseren Hilfsaktionen gleich nach dem Beben. Unser Bruder hat in unserem Namen und nach unseren Vorstellungen die zahlreichen Spenden in 4 Dörfern verteilt. Nicht nur wir, viele waren in Privat Initiativen unterwegs. Meist kam das Geld, wie bei uns, aus dem Ausland wo es privat gesammelt wurde. Dies bekam natürlich auch die Regierung spitz. Einer der größten Probleme in Nepal ist die Korruption und ich möchte nicht wissen wie viel von den Spenden der großen Organisationen und der Länder in Nepals Politiker Villen verschwinden. Nein ich möchte es nicht wissen.

Wir hatten die Spenden damals per Western Union rüber geschickt. Bei der letzten Aktion berichtete unser Bruder das in der Filiale ein „Offizieller“, wie er sich ausdrückte stand. Der fragte ihn woher das Geld käme. Gyanu zischte ihn nur an…..ist privat für mich.

Bei der Fahrt zum 4. Dorf wurden sie angehalten. Polizei fragte wer das geschickt hat, von wo es kommt usw? Gyanu steckte dem ein kleines Teegeld zu. Und so konnte er weiter. Wir hassen so was, denn dann spielen wir ihnen ja noch in die Hand. Aber so kam wenigstens Hilfe in den Dörfern an. Vielfach haben wir Informationen das bei anderen Privat Initiativen das gesamte Hilfsgut konfisziert wurde und dem staatlichen Fond übergeben wurde.

Das bringt mich zu jenem staatlichen Fond. Einige Zeit nach dem Beben, ich weiss jetzt nicht genau wann, wurde vom Staat ein Hilfsfond eingerichtet. Der vom Premierminister verwaltet wird. Dort sollte zentral alles gesammelt werden was an Geld kommt. Dabei handelte es sich auch um das privat gesammelte Geld. Banken in Nepal wurden angewiesen alle Überweisungen die aus dem Ausland auf neu gegründete Organisationskonten kommen (nicht privat) und mit Betreffs wie Erdbeben, Hilfe oder Opfer deklariert wurden, an den Fond weiter zu leiten.

Thema mein privates Konto. Vor 3 Jahren bekam ich anstandslos eins bei einer der „besseren“ Banken. Sogar ein Euro Konto und das mit Touristvisum. Ich Trottel hatte nicht genügend drauf gelassen, als ich damals wieder nach Deutschland bin und so ist das natürlich jetzt hinüber. Ich wollte aber sowieso ein NRS Konto, da ich dann auch mit einer Visakarte alles abheben kann. Keine Chance. Mir wurde trotz ein Jahres Non Tourist Visum und angetrauten nepalesischen Mann ein Konto auf dieser Bank verwehrt. ( Ist ne internationale Bank). Ich fragte den Schlips tragenden Angestellten natürlich warum. Schliesslich gewährt mir der nepalesische Staat das ich hier leben darf und rein und raus kann wie ich will. Aber bitteschön nur mit Bargeld? Klar mach ich ;). Der Bankmensch nuschelte was von Angst vor Schwarzgeld. (Klar bei meiner großen Summe 😉 lacht sich jeder tot). Ich habe ihn nur schmunzelnd angesehen und gesagt: wir wissen doch beide den waren Grund, oder? Geantwortet hat er natürlich nicht. Ich meine: die haben Angst das denen Spendengelder für den staatlichen Fond entgehen werden. Denn ich werde mich hüten denen nur einen Cent zu geben. (Ps: heute haben wir eine andere Bank gefunden die mich aufnehmen. Ist zwar 2 Wahl nur für mich, aber was solls.

Einfuhrzölle, die kurzzeitig aufgehoben wurden, wurden wieder erhoben. Wohl bemerkt auf dringend benötigte Hilfsgüter. Ich rede jetzt nicht von Kleidung und so was. Sondern für Medikamente, Ausrüstungen, temporäre Unterkünfte und und und…..Bei unserer Ankunft am Flughafen 4 Monate nach dem Beben, sahen wir noch immer Hilfsgüter die auf dem Rollfeld stehen. kaum einer der HO’s zahlt Zoll. Warum auch, wäre ja viel zu teuer. Von dem Geld könnte man sonst wie viel kaufen. So verrottet nun das Zeug, während in den ländlichen Gebieten, dem Epizentrum die Leute immer noch irgendwie hausen. Macht doch nicht, Hauptsache wir haben eine Verfassung. Die eh kaum einer akzeptiert, außer die die sie erstellt haben.

 

 

 

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