Arbeit, Arbeit, Arbeit…

Ich würde gern öfter schreiben, auch mal den Mustang Bericht fertig stellen, aber wie es so ist, hält die Arbeit mich auf Trab. Dabei habe ich doch glatt weg heute morgen vergessen, dass ich heute Geburtstag habe ;). Erst Facebook musste mich daran erinnern. Da war doch noch was?

Nun feiern kann ich heute nicht, weil Arbeit. Außerdem ist Shriman nicht da. Erst gestern ist er, nachdem er 4 Tage in Kathmandu war, wieder Richtung Everest mit einer Gruppe geflogen.

Wie gestaltet sich so ein Tag eigentlich bei mir, oder eher wie kommt Shriman eigentlich auf die Frage: was hast du denn heute alles gemacht? Ich (also er) bin doch den ganzen Tag in den Bergen unterwegs. Du (also ich) musst doch „nur“ in Kathmandu sein.

Die Sache mit dem Sprit ist ja nun ausreichend bekannt und noch hat sich nichts großes daran geändert. es werden weiterhin jeder einzelner Laster der die Grenze passiert öffentlich gezählt und in den Medien darüber berichtet. Lächerlich in Anbetracht der Tatsache, dass dies nur Kleinkram ist. So habe ich es weiter schwer jeden Tag die Stadt zu erreichen, die unsere Touristen nun mal sehen wollen. Die interessiert kaum, wann welcher Laster was aus Indien bringt. 😉

So ist in etwa mein Tagesablauf folgender:

Morgens koche im mit dem Reiskocher Wasser, Strom gibt es zum Glück noch genug. Danach geht’s ans Internet Mails usw. checken. Wäsche wartet, der Staub ist mal wieder Zentimeter dick und aufwaschen muss ich auch noch. Shriman, der gerade für paar Tage in KTM war, hat administrative Arbeiten zu erledigen, wie Permits und anderes zu besorgen für folgende Gäste. Sein Freundeskreis ist weit verzweigt, so findet sich immer einer, der gegen einen kleinen Obolus Shriman mit dem Motorrad von A nach B fährt. Da ich mich in der Vergangenheit strikt geweigert habe ein Motorrad zu kaufen, bekomme ich natürlich auf meine Frage zu Shriman,weil lange er denn brauche für die Angelegenheiten, nur einen ironischen Augenaufschlag.

Ich quäle mich indessen weiter in die momentan wenigen öffentlichen Transportmittel, denn ich sehe nicht ein den dreifachen Preis der Taxler im Moment zu zahlen und fahre zu unserem Vertragshotel in Thamel. Dort warte ich auf die Ankunft einer Gruppe die aus dem Chitwan Nationalpark zurück kommt, um sie wieder in Kathmadu willkommen zu heißen. Die Zeit sitzt im Nacken und doch nehme ich mir Zeit. Die Gäste wollen natürlich erzählen wie es war und mich interessiert natürlich auch ob alles gut gegangen war. Mittlerweile ist es Nachmittag und mein erstes essen was ich zu mir genommen habe war am frühen Morgen. mein Magen grummelt, aber an essen ist nicht zu denken. Keine Zeit.

Schnell noch an der Rezeption die Schlüssel für die Gäste organisieren und die neue Buchung für die neuen Gäste die bald landen werden bestätigen. Dabei noch ein kleiner Plausch mit den Angestellten des Hotels und die anderen Gäste die da sind informieren, dass wir am Abend, wenn sie möchten und die neuen Gäste begleiten wollen mit uns, zu einem kleinen Dinner einladen. Und schon kommt ein Anruf von Shriman, dass er in einer Stunde in der Nähe des Flughafens auf mich wartet. Schnell kauf ich mir an der Ecke was zu beißen und mache mich danach auf den Weg zum Flughafen. Der Busfahrer ist diesmal einer der langsamen Sorte, was man selten findet hier, aber man findet es. So ruft Sirman gefühlte hundert mal an und fragt wo ich bleibe. Da er meinen Hang zum Geiz 😉 kennt, fragt er mich ob ich etwa laufe. was natürlich nicht an dem ist, denn bissel Luxus (haha) gönne ich mir auch mit einer überfüllten Busfahrt.

Am Flughafen angekommen, heisst es warten. Es kann schon mal passieren, dass es 2 Stunden dauert bis die Gäste nach der Landung endlich raus kommen. Der Flughafen ist klein und wenn 3 Maschinen mit einmal landen, dauert es im Baggage Claim. Ab und an landen sie eher und wenn dann von uns keiner da wäre, wär das doof.

Unsere Gäste die neu bei uns buchen kennen wir nur vom Foto, so guckt man sich schon die Augen aus und denkt: sind sie es, oder nicht. Gut das wir dann unser Agenturschild haben. Die neuen die gekommen sind kannten wir allerdings. Einen von ihnen sehr gut, da er schon oft bei uns war und auch ein privater Freund ist und die anderen vom Vorbereitungstreffen in Deutschland. So war es ganz easy als wir b´nach 2 Stunden Wartens unserer Leute in Empfang nehmen konnten. mein Magen grummelte allerdings immer noch. Theoretisch müsste ich schlank wie ein Model sein, da ich aber immer nach Gelegenheiten für eine Nahrungsaufnahme suche und mir dann irgendwas fettiges aus den zahlreichen Suppenküchen schnell hinter werfe, ist es das auch schon gewesen mit der schlanken Figur.;)

Die Leute sind da. Staunen hier, staunen dort, denn wer noch nie in Asien war, denkt ab und an ein Pferd hat ihn getreten. Kulturschock lässt grüßen. Dabei bemerke ich immer wieder, dass alle die gleichen Anfangsfoto wie ich damals machen. Top Favorit ist dabei das Stromkabel Wirrwar in den Strassen 🙂

Im Hotel mit den Neuen angekommen müssen wir zur Eile drängen, denn es ist schon spät am Abend. Das Dinner wartet und die Gäste wollen ja noch Geld tauschen, da es am nächsten Morgen gleich weiter nach Lukla zum Everest Gebiet geht. So trotten wir mit unseren zwei Gruppen durch Thamel. Ich vorn und Shriman hinten, immer auf der Hut das uns keiner verloren geht. Denn alle die noch nie in Nepal waren, haben viel zu entdecken und so wird an fast jeder Ecke gehalten und die Kamera gezückt. Irgendwann kommen wir dann auch an und endlich bekomme ich richtig was zu futtern. Mittlerweile ist es 8 Uhr. Ein lustiger Abend, denn alle haben viel zu erzählen. Die alten Gäste von der Tour, wobei die neuen mit teils erstaunten Augen lauschen was sie alles erlebt haben. Die neuen Gäste haben das eine oder andere vom Flug zu berichten. Und so wird es ein toller Abend mit einer guten Stimmung. Was uns natürlich freut.

Mittlerweile ist es 10.30 Uhr als wir wieder im Hotel ankommen. In Nepal tiefste Nacht. Bevor alle in ihre Zimmer verschwinden wird noch der Ablauf des folgenden Tages geklärt und auch dann haben wir Feierabend. Ein Gast der neuen Gruppe ist ein privater Freund, der schon oft bei uns war in Deutschland und hier. So hat er natürlich bei uns in Kathmandu sein Zimmer und mit ihm gemeinsam ziehen wir dann Richtung Wohnung.

Es gibt noch vieles zu bequatschen bei S. und Shriman. Die Rucksäcke werden noch gepackt und am Ende des Tages ist es 2 Uhr als wir im Bett liegen.

4.30 Uhr klingelt der Wecker. Während die beiden Herren der Schöpfung noch schlafen, bin ich schon auf den Beinen. Wie immer schnell einen Kaffee kochen und Mails checken, bis dann auch die zwei aufstehen und wir 5.30 Uhr zum Hotel fahren um die andern zu holen. Mit denen geht’s dann zum nationalen Airport wo 7 .30 Uhr ihr Flieger starten soll. Ich hätte natürlich zu Hause bleiben können, aber da ich Shriman jetzt wieder lange nicht sehen werde und auch die Leute verabschieden wollte, komme ich mit.

Der Fahrer der alle zum Airport gefahren hat bringt mich heim. Von 7 bis 8 habe ich eine Stunde um verschiedene Dinge zu erledigen, dann mache ich mich wieder auf den Weg zum Hotel um mit unserer anderen Gruppe, die den letzten gesamten Tag hat, auf Seightseeing zu gehen. Ich hatte nur knapp 3 Stunden Schlaf und man kann sich ausrechnen wie ich mich fühlte 😉 Job ist Job, so stiefelte ich los und zeigte was es in Kathmandu alles interessantes gibt.

Viele unserer Gäste fragen mich, ob es mir nicht langweilig wäre immer wieder mit ihnen die Sehenswürdigkeiten ab zu klappern. Aber auch ich entdecke immer wieder neues, so habe ich auch Spass an der Sache. Außerdem ist es interessant für mich die verschiedenen Reaktionen unserer Gäste zu erleben.

So war ich dann nach einer kurzen Nacht erst gegen 6 Uhr zu Hause. Ich rief Shriman an und meinte, so jetzt geh ich ins Bett ich bin total kaputt. Worauf er meinte: von was denn?

Noch Fragen?

Natürlich ist es nicht immer so und ich habe auch freie Zeit. Aber da gibt’s auch immer was.

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