Nepalesische Macken

Im Laufe der Jahre hier habe ich festgestellt, dass auch Nepalesen so einige Macken haben.

Da ist zunächst das Individuum nepalesischer Mann. Der spuckt leicht auf seinen Kamm bevor er die Haare kämmt. Soll bedeuten, der Tag wird ein guter Tag.

Machen die Nepalesen Familien Fotos zu Hause, sitzen sie teils ausnahmslos der Reihe nach auf dem Bett, oder Sofa. Dabei gucken sie oft ernst aus der Wäsche. Von Männern die nicht sitzen, sondern stehen, könnte man annehmen sie sind bei der Armee, denn sie stehen Gewehr bei Fuß.

Läuft man auf Fußwegen hinter Nepalesen ab zwei Leutchen hinterher hat man kaum eine Chance sie zu überholen. Ganz gemächlich, man hat ja Zeit, schlendern sie und nehmen dabei den ganzen Fußweg ein, auch wenn er noch so breit ist. Deutsche, wie ich, die es meist eilig haben, haben nur eine Chance vorbei zu kommen, wenn man recht kräftig von hinten ruft: Sorry

Obwohl eine Frau, man staune, jetzt die Oberste in Nepal ist, denn sie haben seit 2 Wochen eine Frau als Präsidentin, müssen Frauen oft noch immer stehen im Bus, während die Männer auf den ausgeschriebenen Ladys Seat (Frauenplatz) lümmeln. Dabei versuchen sie krampfhaft aus dem Fenster zu gucken um ja nicht zu sehen, dass da eine Frau mit tausend Taschen steht. (natürlich nicht alle Männer, aber einige und meist junge)

Die Verkäufer huldigen die erste Einnahme des Tages, indem sie das Geld erst an die Stirn und danach an die Brust/das Herz drücken, bevor es in die Kasse wandert. Soll bedeuten: jetzt geht’s gut weiter mit dem Tages Geschäft

Egal wo, egal wie laut es ist, egal ob man gerade versucht mit 140 anderen Leuten in den Bus zu drängeln…man telefoniert dabei.

Nichts ist auf einem amtlichen Dokument für Nepalesen wichtiger, als ein Stempel. Nur ein mehrfach abgestempeltes Dokument ist ein Dokument. Dabei fällt mir eine lustige Geschichte aus Deutschland ein. Als wir letztes Mal in Berlin standen und auf unseren Türkisch Airline Flug nach KTM gewartet hatten, wurde der erste Flug nach Istanbul wegen Schneetreibens dort abgesagt. Ein weiterer Nepalese stand mit uns in der reihe und er kam ins Gespräch mit uns. Dabei sagte er uns voller Angst, er könne nicht einen Tag später fliegen, da am selben Tag sein Visum endete. Da er dann illegal in Deutschland wäre, nahm ich ihn bei der Hand und ging mit ihm zur Bundespolizei im Flughafen um die Sache zu klären.

Der Bundes Polizist hörte sich die Sache an und meinte, er könne ihm jetzt hier eine Sondergenehmigung geben und das Visa des Nepali bis zum neuen Abflug verlängern. Schnelle wurde ein Schreiben aufgesetzt und die Sache war geritzt. Nur war da kein Stempel drauf, gibt’s ja bei uns kaum. Der Nepali war voller Zweifel ob jenes Dokument nun echt war. Später, in KTM, rief er aber bei mir an und bedankte sich noch einmal, denn alles lief seinen Gang.

 

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