Irgendwie scheint es doch kein Ende zu finden

Vor einigen Monaten, ich berichtete darüber, war es endlich vollbracht. Wir dachten so schnell nicht wider mit der Ausländer Behörde zu tun zu bekommen. Shriman bekam seinen Aufenthalt unbefristet. Jahre, an denen wir viele Nerven verloren,sollten endlich vorbei sein.

Wir konnten leider seine Aufenthaltskarte vor unserer Abreise nicht abholen, da diese bei der Bundesdruckerei einiges an Zeit beanspruchte. So bekam er einen einstweiligen Visa Sticker in den Pass. Damit konnte er dann wieder in Deutschland einreisen.

Für uns bedeutete das: noch einmal nach unserer Ankunft zur Behörde gehen, bezahlen und abholen. Dann hätten wir 9 Jahre Ruhe bis Shriman einen neuen Pass braucht und der registriert werden muss. So dachten wir.

Noch am gleichen Tag unserer Ankunft aus Kathmandu, mit unserem gesamten Gepäck, was in Muttis Auto lag, sind wir zur Behörde. Quasi hatten wir einen Anfahrtsweg von 8000 Kilometern. 😉 Nun ja wir hatten genügend Zeit zu verschnaufen, denn unter 2 Stunden Wartezeit, geht da nix im Moment.

Warum wir nicht am folgenden Tag hin sind? Wir erreichten Deutschland an einem Donnerstag. Freitag sind die Behörden zu. Montags wollte Shriman wieder arbeiten und jener Sticker im Pass, dient der Einreise, aber nicht einer Arbeitserlaubnis. So mussten wir an diesem Donnerstag noch hin.

Es lief dann auch alles soweit, bis der Beamte meinte Shrimans Pass zur Überprüfung ein zuziehen. Jetzt schellten meine Alarmglocken.

Man wollte uns keinen Grund nennen. Anders als die Jahre zuvor, an denen ich einige Dinge schlucken musste was bis dahin ging, dass man mir unterstellte mich bezahlen zu lassen für die Heirat, wollte ich diesbezüglich mich nicht einfach abspeisen lassen. Ja ich weiß es ging nicht um mich, aber Shriman hätte sich nicht getraut etwas zu fragen. Ist ja auch irgendwie verständlich. So fragte ich nach und musste dabei auch deutlich werden, um eine Antwort zu bekommen. Es gäbe Unregelmässigkeiten bei dem Pass. Wir waren wie vor den Kopf gestoßen. Wieder ein Versuch die ganze Sache etwas schwerer zu machen?

Den Pass hatte Shriman vor über einem Jahr bei seiner Botschaft in Berlin ausstellen lassen und mit dem waren wir schon zweimal in Deutschland eingereist. Was also sollte das? Der Pass ist das wichtigste Dokument, es ist die eigene Identität und den gibt man nicht so einfach her. Auch wenn wir wussten, wir hatten nichts kriminelles getan, fühlten wir uns so.

Heute nun bekamen wir endlich die Nachricht, er könne seinen Pass wieder abholen. Es mag für viele Leser eine Lappalie sein und man denkt eventuell, wir sollen uns nicht so haben. Aber nach den vielen Erfahrungen die wir machen mussten, ist jedes noch so kleine Detail, was von der Normalität abweicht, keine Lappalie.

Und wenn man denkt, nun ist alles ok, Shriman hat alles geregelt bekommen in Deutschland, dann ist dem so. Jedoch nur in Deutschland. Denn Nepal fängt jetzt auch an die Dinge etwas amüsanter zu gestalten.

Ich bekomme als verheiratete Frau mit einem nepalesischen Staatsbürger, auch ein sogenanntes Mariage Visum (Heiratsvisum) in Nepal. Was bedeutet ich kann mich das ganze Jahr in Nepal aufhalten mit einem Residentel Visa. Normal sind 150 Tage als Tourist. Dies allerdings muss immer nach einem ablaufenden Jahr erneuert werden. Dafür müssen Shriman und ich gemeinsam ins Immigration in Kathmandu gehen und den entsprechenden Antrag stellen. Dazu muss Shriman seine Fingerabdrücke geben und damit bekräftigen, ja wir sind noch verheiratet.

Die ersten 2 Jahre lief das alles ganz anstandslos. Schliesslich sind damit auch gute Devisen Einnahmen verbunden. So ein Jahres Visa kostet uns 180 Dollar multiple entry (mehrmalige Einreise innerhalb eines Jahres)

Wenn mann bedenkt, dass Shrimans Aufenthaltskarte in Deutschland für 10 Jahre 175 Euro kostet und mein Visa für 10 Jahre 1800 Dollar kostet kann man schon verwundert darüber sein, wieso Gebühren bei Behörden in einem Entwicklungsland so viel teurer sind.

Jedenfalls waren wir im September im Immigration, da meine Verlängerung wieder fällig war. Doch diesmal mussten wir in ein Extra Zimmer zu einem höheren Beamten. Dort wurde ich befragt wer Shriman ist. Und Shriman musste meinen Namen sagen und er wurde befragt ob er immer mit mir mit nach Deutschland reist. Einfach lächerlich diese ganze Chose. Anhand seines Passes konnte jeder nachvollziehen dass er regelmässig mit mir das Land verlässt. Mir ging es nicht um die Fragen. Mir ging es einfach darum mich wieder und wieder beweisen zu müssen. Ich weiß der Beamte verstand mit Sicherheit kein Deutsch, so konnte ich Shriman gegenüber im Beisein des Beamten, mir Luft machen, was ich von dem ganzen Mist halte.

Es ist schon lustig, dass man vor Jahren mir unterstellte Shriman hat mich bezahlt und nun mir unterstellt ich hätte ihn bezahlt. Ich bin nicht so naiv um nicht zu wissen, dass es so was gibt. Aber es nervt schon, wenn man ehrlich ist, aber der Versuch gestartet wird uns zu den Unehrlichen zu schieben.

Jetzt fragt man sch vielleicht wieso Nepals Beamte annehmen, man wolle sich in eins der ärmsten Länder der Welt einschmuggeln? Kein Witz, in den letzten Jahren gab es so einige Europäer und Menschen aus anderen westlichen/reichen Ländern, die sich in Nepal ins gemachte Netzt setzen wollten und dort ihren Alltag verbringen wollen. Es gibts auch Nepal seitens einen Heirats Tourismus.

Vor einigen Jahren, als wir begonnen uns den Behörden zu stellen um zu heiraten haben wir Dinge erlebt die für mich, auch Jahre danach, noch sehr enttäuschend waren. Damals brachten mich diese Angelegenheiten dazu , meine Zelte für einige Zeit in Deutschland abzubrechen und für ein Jahr nach Nepal zu gehen. Im Nachhinein eine meiner besten Entscheidungen.

Eine Freundin sagte damals zu mir: es wird der Tag kommen an dem ihr darüber lachen könnt.

Nun wir sind um einiges ruhiger geworden was Behördenkram angeht. Man wächst mit seinen Aufgaben und man lernt damit umzugehen. Man lernt wann es besser ist freundlich zu bleiben, aber auch wenn ein passendes ernstes Wort angebracht ist. Aber so richtig lachen kann ich nicht darüber. Noch nicht.

In dem Sinne allen meinen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und einen Dank für 5 Jahre Treue hier. 🙂

 

 

 

 

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Beziehung, Deutsches, Ein Nepalese in Deutschland, Eine Deutsche in Nepal abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Irgendwie scheint es doch kein Ende zu finden

  1. antje schreibt:

    huhu, ich kann wieder kommentieren:) toller beitrag mal wieder! ja, ihr habt viel durchgemacht, und drüber lachen geht noch nicht, das dauert…! ich staune immer wieder über dich, du bist echt gewachsen! und schreibst oft so lustig über ganz ernste dinge – weiter so! alles gute, alles liebe, viel erfolg, glück und gesundheit für 2017!

  2. Anonymous schreibt:

    Oh Gott das kommt auch noch alles auf mich zu.😣

  3. steinfisch schreibt:

    Danke für die interessanten Berichte und Fotos in diesem Blog!

    Euch wünsche ich auch einen guten Rutsch ins neue Jahr, für 2017 Gesundheit, Glück, Erfolg und viel Freude.
    Herzlichst Ingrid

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s